Samstag 31.03.12
An diesem Tag war es dann soweit. Mama und Stephan sind,
nachdem sie eine Nacht in Auckland verbracht hatten, nach Waihi gekommen.
Natürlich haben ich mich sehr gefreut sie nach zweieinhalb Monaten endlich
wieder zu sehen und sie sich auch, mich wieder zu sehen. Nachdem sie bei Wendy
und Arthur angekommen waren, habe ich ihnen noch das Waihi College und die
Martha Mine gezeigt, die gut zu erreichend nahe dem Zentrum Waihis liegt. Am
Abend haben wir dann zusammen bei Wendy und Arthur zu Abend gegessen und auch
noch den restlichen Abend bei ihnen genossen. Gegen zehn Uhr sind wir dann zu
Jennies Haus auf der anderen Straßenseite gegangen, das sie uns für drei Nächte
vermietet hatte.
Sonntag 01.04.12
Am ersten April habe ich Mama und Stephan dann die
Sehenswürdigkeiten rund um Waihi gezeigt. Gegen halb zehn sind wir zu einem
schönem Wasserfall in der Nähe gefahren und danach sind wir knapp drei Stunden
durch die Karangahake Gorge gewandert, über die ich ja auch schon in einem
meiner ersten Blogeinträge berichtet habe. Nachdem wir unsere Wanderung beendet
hatten, haben wir uns wieder ins Auto gesetzt und sind nach Waihi Beach gefahren,
wo wir ein wenig Zeit am schönen Strand verbracht haben und später auch noch zu
Mittag gegessen haben. Danach habe ich ihnen dann auch noch Bowentown gezeigt
und wir sind auf den Hügel gefahren, auf dem schon ein paar schöne Bilder
entstanden sind. Am Abend waren wir dann ziemlich müde und sind nachdem wir
unser Abendessen von Kentucky Fried Chicken gegessen haben früh schlafen
gegangen.
Karangahake Gorge: http://www.flickr.com/photos/juliuskunold/sets/72157629516115944/
Waihi Beach und Bowentown: http://www.flickr.com/photos/juliuskunold/sets/72157629516473260/ (die Fotos des Tages findet ihr, wenn ihr dem Link folgt)
Montag 02.04.12
Am Montag sind wir um sieben Uhr aufgestanden, da wir für
diesen Tag den „Coromandel Trip“ geplant hatten, an dem wir um die ganze
Coromandel Halbinsel gefahren sind. Unser erster Stopp war das Surfer-Paradies
Whangamata, wo wir frühstücken gegangen sind und den schönen Strand bewundert
haben. Weiter ging es mit Tairua, das wir allerdings nur durchfahren haben. Danach
sind wir zum Hot Water Beach gefahren. Dieser Strand ist einzigartig in der
Welt, da sich unter dem Sand heiße Quellen befinden. Man muss sich einfach nur
ein Loch in den Sand graben und schon kann man das heiße Wasser genießen und
ein Bad nehmen. Das habe ich natürlich auch gemacht, aber leider hat es an dem Tag geregnet und ich konnte es
nicht wirklich genießen. Der nächste Stopp war dann die Cathedral Cove. Die
Cathedral Cove kann man als einen Tunnel in einem Felsen beschreiben, der über
hunderte von Jahre von dem Meer in den Felsen gewaschen worden ist. Die
Cathedral Cove ist eines der schönsten Dinge die ich je in meinem Leben gesehen
haben und wahrscheinlich je sehen werde, da es nicht viele vergleichbare Orte
auf der Erde gibt. Weiter ging es dann mit den Waiau Falls, die allerdings
nicht so schön wie der Wasserfall am Vortag waren. Viel interessanter und
spannender war jedoch die Fahrt zu dem Wasserfall. Wir haben bestimmt eine
halbe Stunde lang einen Berg auf einer einspurigen, uneingezäunten Schotterstraße überquert und so einige Male
ist uns fast das Herz stehen geblieben z.B. wenn uns ein anderes Auto entgegen
kam. Danach sind wir noch in Coromandel Town gewesen und sind die Westküste der
Coromandel Halbinsel bis nach Thames hinunter gefahren. Die Ost- und Westküste
können unterschiedlicher nicht sein. Die Ostküste, an der auch Waihi liegt,
besteht aus Sandstränden und ist super für Surfer, doch die Westküste ist sehr
zerklüftet und ist eher für Angler geeignet, jedoch sind beide Seiten
wunderschön. Am Abend sind wir wieder früh schlafen gegangen, da dieser Tag
noch anstrengender war als der Vortag.
Coromandel Peninsula: http://www.flickr.com/photos/juliuskunold/sets/72157629880158495/
Dienstag 03.04.12
Am Dienstagmorgen haben wir dann auch schon wieder unser
Gepäck gepackt und das Auto beladen, da die drei Nächte in Waihi vorüber waren.
Nachdem wir uns bei Wendy und Arthur verabschiedet hatten und Mr Trotter auf
einen Kaffee vorbei gekommen ist, um Mama und Stephan persönlich kennen zu
lernen, haben wir uns dann auf den Weg nach Tauranga begeben. Dort haben wir
ein paar Stunden in dem schönen Stadtzentrum verbracht und zu Mittag gegessen.
Es war sehr sonnig und warm und es hat uns wirklich sehr gefallen. Danach sind
wir weiter nach Rotorua gefahren und haben unsere Sachen im Springwaters Lodge
Bed & Breakfast vorbei gebracht. Danach sind wir dann noch in das Maori
Dorf Ohinemutu gegangen, das allerdings nicht so beeindruckend war, wie das, in
dem ich mit den Japanern gewesen bin. Darauf haben wir uns dann auf den Hamurana
Springwaters Walk begeben, der durch einen Wald nahe unserer Unterkunft führte.
Es war wirklich sehr idyllisch und wir haben uns eine Quelle angesehen, aus der
das ganze glasklare Wasser des Flusses lief, der durch den Wald verläuft. Am
Abend sind wir dann noch in Rotoruas Stadtzentrum thailändisch Essen gegangen
und haben zurück im Bed & Breakfast noch ein paar Stunden mit den sehr
netten Vermietern Steven und Kathlin verbracht. Wie sich herausgestellt hat,
ist Steven der Manager des Agrodomes, den ich schon ein paar Wochen zuvor mit
den japanischen Gastschülern besucht hatte.
Mittwoch 04.04.12
Am Mittwoch sind wir nach einem leckeren Frühstück gegen
viertel nach neun los gefahren. Unser Ziel war Waitomo, das wir nach einer
zweieinhalbstündigen Fahrt erreichten. In Waitomo haben wir uns dann die Waitomo
Glow Worm Cave angeschaut. Diese wurde vor etwa 120 Jahren von einem Maori
Häuptling und einem neuseeländischen Forscher entdeckt und ist seit über 100
Jahren ein Ziel für Touristen. Zuerst schien sie wie eine ganz normale
Tropfsteinhöhle zu sein, wie man sie überall auf der Welt finden kann, doch
nach einer Weile fuhren wir auf einem kleinem Boot durch die Dunkelheit der
Höhle und man konnte überall Glühwürmer leuchten sehen und alle Zuschauer waren
extrem erstaunt. Nachdem wir wieder die Höhle verlassen haben, haben wir uns
auf den Ruakuri Bush Walk begeben, auf dem wir uns circa eine Stunde lang
aufgehalten haben. Wir sind durch dichtes Buschland gewandert und haben uns
einen Fluss angesehen, der durch viele verschiedene Höhlen verlief, in denen
sich schon Stalaktiten gebildet hatten. Schließlich machten wir uns wieder auf
den Rückweg und wieder in Rotorua angekommen, sind wir diesmal indisch Essen
gegangen. Als wir wieder in der Lodge angekommen sind, haben wir erneut noch
ein wenig Zeit mit Steven und Kathlin verbracht, aber sind dann auch gegen elf
Uhr schlafen gegangen.
Waitomo Caves und Ruakuri Bushwalk: http://www.flickr.com/photos/juliuskunold/sets/72157629880810937/
Donnerstag
05.04.12
Nach einem erneut leckeren Frühstück am Donnerstagmorgen,
haben wir uns auf den Weg in Richtung Taupo gemacht. Auf etwa halber Strecke
haben wir die Wai-O-Tapu Thermal Wonderlands besucht. Um viertel nach zehn
haben wir uns eine Eruption des Lady Knox Geysirs angesehen, die schon
beeindruckend war, aber danach sind wir noch für etwa durch das Thermal
Wonderland gegangen, was noch viel beeindruckender war. Wie auch in Rotorua
findet man dort dampfende Schwefelquellen und einen türkisfarbenen See, der
auch dampft und über 100 °C heiß ist. Ziemlich extrem sah auch ein gelber
Schwefelsee aus. Das gelb hatte ungefähr den gelb-Ton eines Textmarkers.
Nachdem wir den Thermal Wonderland Park verlassen haben, sind wir weiter in
Richtung Taupo gefahren. Auf dem Weg haben wir noch einen Stopp bei den Huka
Falls gemacht. Die Huka Falls sind nicht ein besonders großer Wasserfall. Was
so beeindruckend ist, ist die enorme Kraft des Wassers, das sich durch eine
schmale Felsöffnung drückt. Diese Öffnung ist der einzige Abfluss des Lake
Taupo, der der größte See Neuseelands ist. Aus den Huka Falls entsteht der
Waikato River, der durch einen großen Teil der Nordinsel führt. Nach einem leckeren
Mittagessen in Taupo sind wir dann etwa
zwei Stunden bis nach Napier gefahren. Dort wurden wir schon von unseren
netten Vermietern Fiona und Brent in der Kerry
Lodge erwartet. Napier wird auch als Art Deco Hauptstadt der Welt
bezeichnet, da das ganze Stadtzentrum nach einem gigantischen Erdbeben vor 80
Jahren in diesem Baustil neu aufgebaut worden ist. Napier liegt in der Hawkes
Bay, die unter anderem für ihren exzellenten Wein berühmt ist und deswegen
waren wir auch in der Restaurant des Weinguts „Mission“ zu Abend essen und
haben das leckere Essen sehr genossen. Mama und Stephan natürlich auch den
Wein. Nach einem langen Tag haben wir uns schließlich wieder müde zu Bett
begeben.
Wai-O-Tapu Thermalpark: http://www.flickr.com/photos/juliuskunold/sets/72157629880920105/
Huka Falls und Taupo :http://www.flickr.com/photos/juliuskunold/sets/72157629515920604/
Freitag 06.04.12
Da es am Donnerstag verregnet war, haben wir uns am Freitagvormittag
noch ein Mal die Innenstadt von Napier angesehen. Aber vorher frühstückten wir
noch mit den sehr netten Vermietern, die ursprünglich aus Wellington sind und
erst seit vier Jahren in Napier leben. Im Sonnenschein war Napier viel schöner
als am Vortag und wir konnten dort noch ein paar Stunden genießen. Danach
jedoch haben wir uns wieder auf den Highway begeben und sind in Richtung
Martinborough gefahren, welches etwa eine Stunde von Neuseelands Hauptstadt
Wellington entfernt, in einem Weingebiet, das für ihren Pinot Noir bekannt ist,
liegt. Auf dem Weg haben wir allerdings noch einen Stopp beim Pukaha Vogelpark
gemacht, wo wir uns einen weißen Kiwi (Kiwis sind vor dem Aussterben bedroht
und die Weißen sind besonders selten) angeschaut haben. In Martinborough
angekommen haben uns auch schon unsere nette Vermieterin Polly aus Yorkshire
und ihr Mann Chris aus Sydney begrüßt. Die beiden stellen Wein für Leute aus
Wellington her, die nur ihre Trauben bei ihnen vorbei bringen müssen. Abends
waren wir dann noch im Martinborough Hotel Fisch auf Grund des Karfreitags zu
Abend essen und haben uns noch einen schönen Abend gemacht.
Pukaha Vogelpark: http://www.flickr.com/photos/juliuskunold/sets/72157629516100758/
Samstag 07.04.12
Nachdem wir uns bei Polly und Chris verabschiedet hatten,
hieß unser nächstes Ziel: Wellington. Die Fahrt bis in Neuseelands Hauptstadt
kostete uns etwa eine Stunde. Dann sind wir direkt zu unserem zentralem Bed
& Breakfast „Carlton Gore B&B“, das auf der Carlton Gore Road in der Oriental
Bay liegt, gefahren und haben unser
Gepäck abgegeben. Schon von dort aus
konnte man die schöne Skyline Wellingtons betrachten. Besser allerdings von dem
Queen Victoria Viewing Point. Von dort aus konnte man die ganze Stadt sehen.
Danach haben wir uns zu Fuß ins Stadtzentrum begeben. Es war ein wunderschöner
Tag, denn die Sonne schien und alle Menschen waren extrem gut gelaunt. Mir hat
Wellington extrem gut gefallen. Vor allem hat mir gefallen, dass die Kiwis alle
so freundlich und interessiert waren. Zum Beispiel als wir in einem Café saßen,
hat eine junge Dame namens Clarissa gefragt, ob wir etwas dagegen hätten, wenn
sie sich zu uns setzten würde. Wir haben uns knapp eineinhalb Stunden lang mit
ihr unterhalten und sie fand toll, dass wir Ostern ihrer Heimatstadt verbringen
würden. Aber nicht nur das hat mir gefallen. Mir hat die ganze Atmosphäre
gefallen. Direkt am Rand des Stadtzentrums war ein langer Strand und an der
Promenade waren Skateboarder, Jogger und Familien unterwegs. Wie auch immer,
abends waren wir dann auf der vor allen Dingen nachts belebten Cuba Street zu
Abend essen und ich war als wir dann zurück zum B&B gegangen sind traurig,
dass wir nur einen Tag Zeit für Wellington auf der Reise hatten, das oft auf
Grund seiner Hügel und der Bucht mit San Francisco verglichen wird.
Sonntag 08.04.12
Am Sonntag haben wir uns dann nach einem Frühstück mit Ausblick auf Wellingtons
Skyline zur Südinsel Neuseelands gemacht. Zuerst mussten wir jedoch noch den
Mietwagen zu „Nationwide Car Rentals“ zurück bringen und zur Fähre gefahren
werden. Es war erneut ein wunderschöner Tag, da die Sonne schien, es warm war
und alle Menschen sehr entspannt und glücklich zu sein schienen. Wir haben über die ganze Fahrt hinweg die
zauberhafte Landschaft genossen, doch besonders die letzten 45 Minuten der
Fahrt waren atemberaubend, als wir durch die „Marlborough Sounds“, den Eingang
zu der Südinsel, fuhren. Auf ein Mal hatte das Meereswasser eine ganz andere
Farbe und alles sah noch viel unberührter aus. Dann legten wir in Picton an und
haben uns dort mit dem Auto auf den „Queen Charlotte Drive“ begeben, der etwa
eine Stunde lang durch Serpentinen an der Küste verlief. Nachdem wir ihn
verließen, machten wir einen kurzen Stopp in Nelson bei McDonalds und erholten
uns von den Serpentinen. Dann fuhren wir
noch ungefähr 30 km weiter, bis wir das Queen Vic Bed & Breakfast in
Motueka erreichten. Dort erwartete uns auch schon unsere Vermieterin Clare
Graham. Abendessen waren wir an diesem Tag erneut in einem thailändischen
Restaurant.
Marlborough Sounds: http://www.flickr.com/photos/juliuskunold/sets/72157629516212108/
Montag 09.04.12
Der einzige Grund für uns nach Motueka zu fahren, war der
knapp 15 km entfernte Abel Tasman National Park. Dort sind wir gegen 9 Uhr
morgens hingefahren. Wir hatten erneut wunderschönes Wetter, wie schon an den
letzen beiden Tagen und dies war auch wieder über den ganzen Tag der Fall.
Gegen halb 10 haben wir uns dann auf ein kleines Schiff begeben, das uns zu
einer anderen Bucht brachte. Das Wasser war auch schon wie in den Marlborough
Sounds türkisfarben. Besonders beeindruckt hat jedoch diesmal die Farbe des
Sands. Der Sand war nicht wie gewohnt weiß mit einem leichten Graustich,
sondern golden. Auf dem Weg zu dieser Bucht sind wir ab und zu an ein paar
Felsen im Meer angehalten, auf denen sich Seerobben gesonnt haben. In der Bucht
angelangt haben wir uns dann auf einen Wanderweg begeben und sind knapp zwei
Stunden durch Buschgebiet gewandert, bis wir an einer kleinen Bucht angekommen
sind, die direkt neben der sogenannten Barks Bay liegt. Dort haben wir dann ein
paar Snacks gegessen und ich und Stephan sind im Meer schwimmen gegangen. Es
war herrlich. Dann holte uns Schiff wieder ab und uns wurde noch der Rest der
wunderschönen Küste des Abel Tasman Nationalparks gezeigt. Als wir das Auto
wieder erreicht hatten, sind wir wieder zu unserer Unterkunft gefahren und
haben uns etwas ausgeruht. Abends sind wir dann noch wie immer einen Happen
essen gegangen.
Abel Tasman National Park: http://www.flickr.com/photos/juliuskunold/sets/72157629879142993/
Dienstag 10.04.12
An diesem Tag war unser Ziel Barrytown, ein sehr kleiner und
abgelegener Ort an der Westküste der Südinsel. Barrytown war aber eigentlich
nur der Schlafplatz, da wir am Tag einen vollen Zeitplan hatten. Nach knapp
drei Stunden Autofahrt sind wir in Westport angelangt, wo wir dann zu Mittag
essen waren. Es war ein bewölkter Tag. Von Westport aus sind wir dann als
erstes zum Cape Foulwind gefahren. Dort haben wir uns einen Leuchtturm
angeschaut und vor allen Dingen die schroffe Küste bewundert. Danach sind wir
weiter gefahren und nach ungefähr 10 Minuten Autofahrt sind wir dann an einer
Pelzrobben-Kolonie angekommen. Dort konnte man sich bestimmt 20 Pelzrobben anschauen, die auf den
Felsen schliefen. Besonders beeindruckend war dann auch unser nächstes und
letztes Ziel des Tages, die sogenannten „Pancake Rocks“. Die Pancake Rocks
werden Pancake Rocks genannt, weil die Felsen so aussehen, wie tausende
aufeinandergestapelte Pancakes. Diese Form hat die extrem raue See mit der
Hilfe des Windes über Jahrhunderte in die Felsen geschliffen, aber das kann man
sich genauer auf den Fotos ansehen. Dann sind wir nach ungefähr 20 Minuten Autofahrt
in unserer Unterkunft, dem „Kallyhouse B&B Homestay“, angekommen. Barrytown
ist wie viele auf gut Deutsch sagen würden wirklich am „Arsch“ der Welt. Der
nächste Ort (Greymouth) ist ungefähr eine halbe Stunde Autofahrt entfernt. Als
wir auf die Straße, die nach Barrytown führte gefahren sind, haben wir ein
Schild gesehen, auf dem geschrieben stand: „No Petrol next 90 km“. Gott sei
Dank konnte uns unser Vermieter Alistair 10 L Sprit verkaufen, weil wir es
sonst nicht mehr bis zu der nächsten Tankstelle geschafft hätten. Ja, so saßen
wir also in Barrytown, wo man übrigens noch nicht ein Mal Handyempfang hatte
und es war am regnen. Also haben wir Fernsehen geguckt und uns an den schön
warmen Karmin gesetzt. Abends sind wir dann noch in der nächsten Taverne etwas
essen gegangen, was uns insgesamt noch ein Mal knapp 45 Minuten an reiner
Fahrtzeit gekostet hat.
Cape Foulwind, Pelzrobben-Kolonie und die Pancake Rocks: http://www.flickr.com/photos/juliuskunold/sets/72157629879662767/
Mittwoch, 11.04.12
An diesem Tag hatten wir eine lange Autofahrt vor uns. Nach
ungefähr 4 Stunden Fahrt sind wir in dem Ort Franz Josef angekommen, der an dem
gleichnamigen Gletscher liegt. Dort haben wir unser Lunch gegessen und sind
dann zum Fox Glacier gefahren. Der Fox Glacier ist ebenfalls ein
beeindruckender Gletscher, dessen Gletscherzunge in ein wunderschönes Tal
verläuft, das einen erneut an die Herr der Ringe Filme erinnert, die ja
allesamt in Neuseeland gedreht worden sind. Nachdem wir uns den Gletscher
angesehen hatten, sind wir zu unserer Unterkunft in den gleichnamigen Ort
gefahren, haben unsere Sachen abgegeben und sind dann noch zu dem Gletschersee
Lake Matheson und haben dort einen schönen Spaziergang gemacht. Dort haben wir
dann noch einen Kaffee getrunken und sind dann noch in ein schönes Restaurant
gegangen, wo wir den Abend haben ausklingen lassen.
Donnerstag,
12.04.12
Am Donnerstag hatten wir erneut und eigentlich wie immer
einen erlebnisreichen Tag. An diesem Tag sind wir nämlich vom Fox Glacier aus
bis nach Queenstown gefahren und ich würde dies sogar als eine mit der längsten
Fahrten unserer gesamten Reise bezeichnen. Allerdings von der Landschaft her
auch als eine der schönsten. Plötzlich hatten Laub und Wiesen ganz andere
Farben. Es war alles nicht mehr so grün wie gewohnt, sondern gelb und rot. Auf
dem Weg sind wir oft angehalten um Fotos zu machen. Zum Beispiel als man die Alpen
von der westlichen Seite aus sehen konnte, was wirklich atemberaubend war.
Außerdem machten wir noch einen Fotostopp am Lake Hawea, der direkt neben der
Stadt Wanaka liegt, wo wir dann zu Mittag gegessen haben und ein wenig Zeit
verbracht haben. Danach sind wir noch ca. 40 Minuten gefahren, bis wir an
unserem Zielort, Queenstown, angelangt sind und sofort das Coronet View B&B
angesteuert haben, von wo aus man einen schönen Ausblick auf Queenstown und den
Lake Wakatipu hatte. Nachdem wir alles geregelt und unsere Taschen
untergebracht hatten, sind wir gemütlich zu Fuß in die Innenstadt gegangen und
haben das schöne Queenstown genossen, das vor allen Dingen durch seinen
Extremsportarten-Tourismus bekannt ist. Den Abend haben wir dann noch in dem
Pub on the Wharf mit dem Abendessen beendet und sind nur noch zurück zu dem
B&B gegangen, wo wir uns dann auch schlafen gelegt haben.
über Wanaka nach Queenstown:http://www.flickr.com/photos/juliuskunold/sets/72157629516592032/
Queenstown:
Freitag, 13.04.12
Am Freitag sind wir direkt nach dem Frühstück mit einer
Gondel auf einen Aussichtspunkt gefahren, von wo man aus eine sehr gute Sicht
auf die Stadt, die schön in der Natur gelegen ist, hatte. Von dort aus habe ich
auch meinem Vater über Skype zum Geburtstag gratuliert. Wieder unten
angekommen, haben wir uns auf dem Pier in ein Café gesetzt und das wunderschöne
Wetter genossen. Danach sind wir ungefähr drei Stunden lang mit einem Dampfboot
über den See gefahren, was auch sehr schön war. Cooler war allerdings die
Jetbootfahrt, auf die ich mit Stephan gegangen bin. Der Fahrer ist mit uns eine
Stunde lang über den See und die nahe gelegenen Flüsse mit 80 km/h gebrettert.
Dabei hat er plötzlich 360° Drehungen gemacht, oder ist extrem nah an Felsen
gefahren. Nachdem die Fahrt beendet war, waren wir auch dementsprechend nass,
aber man hatte uns extra vorher Regenmäntel gegeben. Dann sind wir noch ein
bisschen durch die Innenstadt gegangen und plötzlich ist uns mein Schulfreund
Torge über den Weg gelaufen, der auch auf Reisen durch die Südinsel war. Abends
sind wir dann wie jeden Abend noch lecker Essen gegangen.
Samstag 14.04.12
Am Samstag war unser Ziel Te Anau, das auch das Tor zu den
Fiordlands genannt wird. Von Queenstown aus dauerte die Fahrt ungefähr zwei
Stunden und nach unserem Frühstück machten wir uns dann gegen 9 Uhr auf den
Weg. Auf dem Weg habe ich wohl die meisten Schafe auf einem Fleck gesehen wie
nie zuvor. Wusstet ihr, dass in Neuseeland mehr Schafe als Menschen leben? Um
genau zu sein, leben in Neuseeland ungefähr 55 Millionen Schafe, aber nur 4,5
Millionen Menschen. Als ich diese ganzen Schafe vom Autositz aus gesehen habe,
konnte ich dies endlich nachvollziehen, da auf der Nordinsel überwiegend Kühe
leben. Als wir in Te Anau angekommen sind, mussten wir leider feststellen, dass
alle Fahrten zu den Milford Sounds schon losgefahren sind und der Weg dorthin
uns dann doch zu weit war. Die Milford Sounds sind ähnlich wie die Marlborough
Sounds eine beeindruckende Hügellandschaft, die von Wasser umgeben ist und der
daran gelegene Kepler Track einer der schönsten Wanderwege der Welt. Um dorthin
und wieder zurück zu fahren, hätten wir allerdings zusätzliche 250 km fahren
müssen, was uns wirklich zu viel war. Also haben wir den Tag in Te Anaus
Sonnenschein verbracht und nicht im Auto, was glaube ich auch die richtige
Entscheidung war. Zu Mittag haben wir uns in einem Supermarkt ein paar
Sandwichs gekauft und sind damit zu einem See in der Nähe Te Anaus gefahren.
Dort haben wir dann zu Mittag gegessen und wir waren die einzigen Menschen weit
und breit an diesem wunderschönen See. Nach ca. 2 Stunden sind wir dann wieder
zurück nach Te Anau gefahren, wo wir noch ein paar Stunden in Cafés verbracht
haben und dann abends noch in der Dorfkneipe Essen gegangen sind. Die Nacht
haben wir in der sogenannten Antler Lodge verbracht.
Sonntag 15.04.2012
An diesem Tag mussten wir ungefähr doppelt so lange fahren
wie am Vortag. Unsere Reise ging diesmal führte uns diesmal ins kleine Twizel,
das in der Nähe des größten Berges Neuseelands liegt, dem Mount Cook. Aber
zuerst war fa ja noch die Fahrt. Wir mussten wieder zurück nach Queenstown
fahren um von dort aus weiter bis nach Twizel zu fahren. Diese Strecke führte
uns erneut durch sehr beeindruckende Landschaften. Zum Beispiel sind wir durch
den Lindis Pass gefahren, der aus einer hügeligen Steppenlandschaft besteht und
Stephan an das australische Outback erinnert hat. Alles halt nur in Gelb und nicht
in Rot. In Twizel angelangt sind wir als erstes dann aber zu Mount Cook
gefahren. Die Straße dorthin ist einfach nur wunderschön und man fühlt sich wie
in einem dieser Road-Movies. Der Mount Cook ist mit einer Höhe von 3754 Metern
der höchste Berg Neuseelands und heißt in Maori „Aoraki“, was so viel wie der,
der die wollten durchstößt, heißt. Dort haben wir dann auch das Sir Edmund
Hillary Information Center besucht, wo wir ein wenig Zeit verbracht hatte. Der
Mount Cook spielt auch in Herr der Ringe eine Rolle. Die Stadt „Minas Tirith“
ist in dem dritten Teil der Trilogie auf ihm angesiedelt und die große Schlacht
wurde auf einem großen Feld in Twizel gefilmt. Dann sind wir wieder nach Twizel
Gefahren und haben in der „Aoraki Lodge“ unsere Taschen abgelegt und sind dann
noch essen gegangen. Und schon wieder war ein Tag vorbei und langsam wandte
sich unsere Reise dem Ende zu.
Twizel und Mount Cook: http://www.flickr.com/photos/juliuskunold/sets/72157629880866369/
Montag 16.04.12
An diesem Tag sind wir nach Christchurch, der letzten
Station unserer Reise gefahren. Dort angekommen hat man direkt schon bemerkt,
was für ein enormes Ausmaß das Erdbeben des letzen Jahres auf die Stadt hatte.
Als erstes sind wir in die Innenstadt gefahren wo allerdings momentan nur eine
Straße ist, die man wirklich besuchen darf. Der Rest der Innenstadt ist von
Zäunen abgesperrt und man darf ihn nicht betreten. Überall sieht man Kräne, die
die Hochhäuser Stockwerk für Stockwerk abreißen, da die Einsturzgefahr viel zu
hoch ist, um sie wieder betreten zu können. Außerdem sind überall in der Stadt
Risse zu sehen, die durch Wende, Brücken und andere Dinge verlaufen. Besonders
bedauernd war wohl der Verlust der Kathedrale am Cathedral Square, die der
Stadt wohl erst ihren Namen verliehen hat und wunderschön gewesen sein muss.
Die Leute leben in Angst vor neuen Erdbeben und wollen eigentlich alle die
Stadt verlassen, aber da die Versicherungen noch nicht bezahlt haben, haben die
meisten Leute einfach nicht die Mittel dazu, sie zu verlassen. So auch unsere
Vermieter und Inhaber des Homestay Lea B&B in dem wir die Nacht verbracht
hatten. Ihr Haus steht seit dem Erdbeben schief und überall verlaufen Risse
durch die Wände. Es wird wohl noch einige Wochen dauern, bis sich entscheidet
ob die Versicherungen bezahlen werden. Sonst fand ich Christchurch aber schön
und kann mir vorstellen, dass es vor dem Erdbeben eine sehr schöne Stadt
gewesen ist. Den Abend haben wir im „Speights“, einer lokalen Brauerei
verbracht, wo wir auch zu Abend gegessen haben.
Dienstag 17.04.12
Nun war auch schon wieder der letzte Tag der Reise
angebrochen und es war Zeit sich wieder zu verabschieden. Mein Flugzeug
nach Auckland hob um 15:50 Uhr ab. Aber
vorher sind wir noch durch Christchurchs Stadtpark und die botanischen Gärten
spaziert und sind in ein Café gegangen. Dann haben wir den Mietwagen wieder bei
Nationwide Car Rentals abgegeben und wir wurden zum Flughafen gefahren. Dort
haben wir dann die Koffer abgegeben und noch zwei Stunden tot geschlagen, bis
es dann Zeit zu Abschied nehmen war und ich in die Maschine eingestiegen bin.
In Auckland angekommen hat mich dann Wendy schon am Domestic Flight Terminal
erwartet und wir sind wieder zurück nach Waihi gefahren. Auf dem Weg haben wir
noch bei McDonalds zu Abend gegessen. Ich habe mich gefreut Wendy und Arthur
wieder zu sehen.
Hallo Julius,
AntwortenLöschenich fand deinen ausführlichen Bericht einfach hammermäßig.Die Fotos werden wir uns bei Gelegenheit in aller Ruhe mal anschauen, aber ich glaube , dass dies ein einmaliges Erlebnis für dich war. Birgit hat auch einfach nur geschwärmt. Wir verfolgen deine weitere Zeit eifrig weiter und bis später mal.
Liebe Grüße Sabine und der Rest der Familie
Wow, Julius, dein Bericht und die Fotos sind einfach nur toll. Ihr habt bestimmt eine tolle Zeit miteinander verbracht und ich gebe zu ... ICH BIN ein bißchen NEIDISCH. Hier ist es immer noch kühl und regnerisch...
AntwortenLöschenIch wünsche dir noch schöne Tage, bis demnächst
liebe Grüße
Karin